EUTR – Gesetzgebung gegen illegal gerodetes Holz

EUTR ist die Europäische Holzverordnung, die im Dezember 2010 von der Europäischen Kommission verabschiedet wurde, um sicherzustellen, dass innerhalb der Europäischen Union keine illegalen Holzerzeugnisse (Faserprodukte) mehr vertrieben werden. Seit dem 3. März 2013 müssen alle Unternehmen in der EU, die mit dem Handel von Holz oder Holzfasern zu tun haben, eine Reihe von Anforderungen innerhalb des Europäischen Rechts erfüllen.

Kontrolle der Einhaltung

In jedem Europäischen Land wird die Einhaltung der Verordnung durch eine zuständige Behörde kontrolliert. In den Niederlanden wurde das Ministerium für Wirtschaft, Landwirtschaft und Innovation als zuständige Behörde ernannt. Die Niederländische Lebensmittel- und Warenbehörde (NVWA) ist hierbei die Durchführungsstelle. Sie haben geschulte Inspektoren, um Unternehmen zu überprüfen und haben die Befugnis, um eventuelle Sanktionen zu verhängen.

Entwicklung der Gesetzgebung EUTR

Obwohl die Verordnung bereits seit dem 3. März 2013 wirksam ist, sind doch noch viele Dinge undeutlich. Eines ist jedoch sicher: das Verstoßen gegen dieses „Holzgesetz“ wird als wirtschaftliche Straftat gesehen, auf welche hohe Geldstrafen verhängt werden. Vom 15. April 2015 bis 3. Juli 2015 bewertet die Europäische Kommission die europäische Holzverordnung (EUTR). Es wird bewertet, ob die Teilnehmer der Sorgfaltspflichtregelung (Due Diligence System / DDS), die Garantien für die legale Herkunft von Produkten gibt, nachkommen. Weitere Informationen finden Sie auf der Website der Europäischen Kommission.

EUTR und Ihr Unternehmen

Bringen Sie als Importeur Holz oder Holzfasererzeugnissen als Erster auf den Europäischen Markt, dann sind Sie verpflichtet, die folgenden Schritte auszuführen:

• Sammeln von Daten über die legale Herkunft und diese 5 Jahre verfügbar stellen

• Ausführen einer Risikoanalyse um zu beurteilen, ob das Holz illegal gerodet ist

• Maßnahmen treffen, um das Risiko zu minimieren

Was kann DuraCert für Ihre EUTR-Zertifizierung tun?

Haben Sie keine Zeit, sich mit dem Thema zu befassen oder brauchen Sie Hilfe bei der Interpretation? Wir beraten Sie gerne und bieten Ihnen praktische Lösungen. Nehmen Sie für weitere Informationen gerne Kontakt mit uns auf oder lesen Sie mehr über FSC und PEFC.

Gesetzliche Verpflichtungen

Die EUTR ist in allen EU-Ländern gültig und macht einen Unterschied zwischen Unternehmen, die die Produkte als Erste innerhalb der EU auf den Markt bringen (Marktteilnehmer) und Unternehmen, die die Produkte weiter verkaufen (Händler).

Händler

Unternehmen, die Holz- (Faser-) Produkte von einem beliebigen Lieferanten in der EU kaufen und danach verhandeln, werden laut Verordnung Händler genannt. Diese Unternehmen müssen ein Rückverfolgbarkeitssystem hantieren, mit dem sie nachweisen können, welche Ware von welchem Lieferanten stammt. Dieses System ist bei den Qualitätssiegeln FSC- und PEFC allgemein bekannt und ist ein Teil der Chain of Custody (COC). Die Holzverordnung erwartet von den Händlern in der EU daher auch, ein bündiges COC System zu haben. DuraCert ist ein Experte in der Verwaltung von Chain of Custody-Zertifikaten und unterstützt Ihr Unternehmen bei der Erfüllung der Holzverordnung.

Marktteilnehmer

Unternehmen, die Holz- (Faser-) Produkte innerhalb der EU zum ersten Mal auf dem Markt bringen, werden innerhalb der Verordnung Marktteilnehmer genannt. Sobald Waren von außerhalb der EU importiert werden oder Produkte aus europäischen Wäldern kommen und auf den europäischen Markt gebracht werden, ist es erforderlich, dass die Produkte nicht aus illegaler Rodung abstammen. Die Marktteilnehmer müssen dies durch eine so genannte Sorgfaltspflichtregelung (Due Dilligence System) nachweisen. Eine vollständige Due Diligence besteht aus den folgenden Komponenten:
• Informationen über Holz und Holzerzeugnisse;

• Verfahren und Maßnahmen, um das Risiko der illegalen Holzrodung zu beurteilen;

• Verfahren und Maßnahmen, um das Risiko, dass illegal gerodetes Holz auf den Markt kommt zu minimieren.

 

DuraCert hilft Ihnen in 2 Schritten bei unserer Online-Risikoanalyse.

1. Kostenlose Analyse
Mit Hilfe unserer kostenlosen Analyse können Sie entscheiden, ob Sie Händler oder Marktteilnehmer sind. Durch eine Reihe von Fragen über die Art und Weise des Erwerbs und des Produkttyps wird entschieden, ob Sie als Marktteilnehmer verpflichtet eine Risikoanalyse ausführen müssen. Hierzu können Sie Kontakt mit uns aufnehmen, um Zugriff auf den zweiten Teil der Online-Analyse zu erhalten.

2. Risikoanalyse für Marktteilnehmer

Sollte sich herausstellen, dass sie Marktteilnehmer sind, müssen Sie gemäß der EUTR die folgenden Schritte ausführen:

1. Informationen sammeln über:          
• Einhaltung der geltenden Rechtsvorschriften

• Land und Herkunft

• Art und Menge

• Subnationale Region und/oder Genehmigung der Rodung
    
2. Risiko beurteilt auf:
• Herkunft

• Strafverfolgung

• Komplexität der Lieferkette

• Dokumentation

• Illegale Prozeduren in der Lieferkette

Schritt 2 ist nicht einfach. Gerne unterstützen wir Sie dabei mit unserer Online-Risikoanalyse. Kontaktieren Sie uns.

3. Risikominimierung durch:
• Sammeln von weiteren Informationen
• Implementierung einer (dritten) Verifikation.

 

Mehr über die EUTR

 

Hintergrund und Ursprung
Am 22. Juli 2002 verabschiedetedie EG das sechste Umweltaktionsprogramm (Beschluss 1600/2002/EG) "Analyse der Möglichkeit, um den Handel von illegal gerodetem Holz zu verhindern und zu bekämpfen". Hieraus folgte am 21. Mai 2003 der EU-Aktionsplan FLEGT (Forest Law Enforcement, Governance and Trade). In diesem Aktionsplan sind mehrere Maßnahmen aufgenommen, wie:

• Unterstützung für Holz exportierende Länder

• Aktivitäten zur Förderung des Handels mit legal gerodetem Holz (u.a. VPA‘s)

• Förderung der öffentlichen Auftragsvergabe

• Unterstützung von privaten Initiativen

• Garantien für die Finanzierung und Investition

• Angehen des Problems von Konfliktholz

• Nutzung der bestehenden Rechtsinstrumente oder Annahme neuer Rechtsvorschriften

Unter den letzten Punkt fällt auch die EU-Holzverordnung (EUTR), die am 3. März 2013 in Kraft getreten ist.

Illegale Herkunft
Das Ziel der EUTR ist "Die Bekämpfung der illegalen Holzrodung und des damit verbundenen Handels (Verordnung 995/2010 '31)". Es ist daher wichtig, eine genaue Definition von "illegaler Holzrodung" zu haben. Diese Definition ist eindeutig in der Verordnung angegebenen und lautet: "Holz und Holzerzeugnisse, welche unter Verletzung der Rechtsvorschriften des Landes in dem sie gerodet wurden, gerodet sind".

Hierbei sind folgende Punkte wichtig:

• Zugänglichkeit der Grenzen innerhalb welcher gerodet wird;

• Zahlungen für Rodungsrechte und für Holz oder Holzerzeugnisse selbst;

• Umwelt- und Forstrecht bzgl. der Waldbewirtschaftung und die Beziehung zwischen Biodiversität und Protokollierung;

• Übereinstimmung mit dem Besitzer oder Benutzer des Grundes;

• Anwendung der Handel- und Grenzgesetze.

FLEGT-VPA's

VPA Länder
Holz und Holzerzeugnisse aus Ländern, mit denen im Rahmen des EU-Aktionsplans FLEGT (Forest Law Enforcement, Governance and Trade action plan) eine VPA Vereinbarung (Voluntary Partnership Agreement - Freiwilliges Partnerschaftsabkommen) getroffen wurde, werden für die EUTR als aus legaler Rodung stammend betrachtet. Derzeit gibt es sechs Länder, mit denen die EU ein solches Abkommen getroffen hat. Die EU ist mit noch sechs weiteren Ländern über ein Abkommen in Verhandlung und weitere 15 andere Länder haben ihr Interesse zum Abschluss einer Vereinbarung mit der EU zum Ausdruck gebracht.


CITES
Parteien Holz oder Holzerzeugnisse, für die eine CITES-Genehmigung abgegeben wurde, werden durch EUTR ebenfalls als legal gerodet anerkannt.